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Was erwartet uns?
Kommende Gleisbaumaßnahmen und deren Probleme.

Es wird kräftig gebuddelt im Krefelder Stadtgebiet, das lässt sich in den letzten Monaten kaum leugnen. Nur mäßig profitiert das bereits stark dezimierte 83 Kilometer lange Schienennetz der Stadtwerke Krefeld von den angestrebten Modernisierungsmaßnahmen. Langsamfahrstellen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und ein oftmals schaukelndes Schienenfahrzeug – ein von außen eher beunruhigendes Schauspiel – gehören zur festen Tagesordnung der Fahrer. Doch wie schlimm ist es wirklich?

Aussagekräftiges Analysematerial ist im öffentlichen Netz nur spärlich zu finden, ein Einblick in alte, bereits fast vergessene, Unterlagen der KREVAG lässt sich nur unter großer Mühe und Akribie organisieren. So bleiben dem Suchenden nur die spärlich gestreuten Informationen: Neben deutlich schwereren Fahrzeugen mit anderem Wank- und Neigungsverhalten sowie fehlenden Drehgestellen, alten Gleisanlagen samt Unterbau aus den 60er Jahren und einem aus dem Nothaushalt aufgelegten Sparzwang ist es vorallendingen die Investitionsausrichtung der städtischen Tochter welche zur aktuellen Lage geführt hat. Anfang des Jahrzehnts stellten die Verantwortlichen der SWK Mobil erste Weichen für eine umfassende Gleiserneuerung. Neben den gravierenden Problemstellen auf der Uerdinger Straße folgten Kreuzungen und stark genutzte Verkehrsbereiche durch den Individualverkehr. Insbesondere die zunehmende Autodichte im Krefelder Stadtverkehr stellt die Planer und Gleisbauer vor enorme Herausforderungen. Doch was erwartet die Krefelder Bürger in Zukunft?

Neben der notwendigen Gleiserneuerung auf dem letzten großen Teilstück der Uerdinger Straße und der Sanierung der Philadelphiastraße, beides vermutlich im Jahr 2019, ist es vorallendingen die unklare Planungs- und Ausgangslage. So veröffentlichte die Stadt Krefeld Ende 2017 vollmündig zeitliche Ziele für die Erweiterung der Kölner Straße, eine Einhaltung konnte unter den gegebenen Umständen nicht ansatzweise gelingen. Derzeit wird über eine Gleiserneuerung im kommenden Jahr gesprochen. Zudem verhindern fehlerhafte Abstimmungen zwischen Stadt Krefeld, dem Tiefbauamt sowie den Verantwortlichen von SWK und NGN nur zu oft eine zügige Planung der einzelnen Maßnahmen. So bleiben zahlreiche Fragen offen. Wie geht es beispielsweise mit der Haltestellenmodernisierung voran? Wie wird die neue St. Anton Straße in Zukunft aussehen, für die eine dauerhafte Lösung als Durchfahrtsstraße nach aktuellem Stand unerwünscht ist. Die Gleisanlagen zwischen Preußenring und Oberbenrad sind in einem für deutsche Verhältnisse desaströsen Zustand, zudem abhängig vom Neubau der Haltestellen „Gutenbergstraße“ und „Schicks“. Gleiches gilt für die Gleisanlagen im Bereich Zoo und Sollbrüggenpark, auch in diesem Fall fehlt ein konkreter Zeitplan für den neuen Mittelbahnsteig „Grotenburg/ Zoo“, eine Aufzählung welche sich beliebig erweitern lässt.
Im aktuellen Jahr 2018 sind vielfältige Gleisbaumaßnahmen angekündigt, angedachte Termine sind bereits verstrichen.