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Das aktuelle Gleisnetz und seine möglichen Erneuerungen

Es wird kräftig gebuddelt im Krefelder Stadtgebiet, das lässt sich in den letzten Wochen und Monaten kaum leugnen. Nur mäßig profitiert das bereits stark dezimierte 83 Kilometer lange Schienennetz der Stadtwerke Krefeld von den angestrebten Modernisierungsmaßnahmen. Langsamfahrstellen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und ein oftmals schaukelndes Schienenfahrzeug – ein von außen eher beunruhigendes Schauspiel – gehören zur festen Tagesordnung der Fahrer. Doch wie schlimm ist es wirklich?

Aussagekräftiges Analysematerial ist im öffentlichen Netz nur spärlich zu finden, ein Einblick in alte, bereits fast vergessene, Unterlagen der KREVAG lässt sich nur unter großer Mühe und Akribie organisieren. So bleiben dem Suchenden nur die spärlich gestreuten Informationen: Neben deutlich schwereren Fahrzeugen mit anderem Wank- und Neigungsverhalten sowie fehlenden Drehgestellen, alten Gleisanlagen samt Unterbau aus den 60er Jahren und einem aus dem Nothaushalt aufgelegten Sparzwang ist es vorallendingen die Investitionsausrichtung der städtischen Tochter welche zur aktuellen Lage geführt hat. Anfang des Jahrzehnts stellten die Verantwortlichen der SWK Mobil erste Weichen für eine umfassende Gleiserneuerung. Neben den gravierenden Problemstellen auf der Uerdinger Straße folgten Kreuzungen und stark genutzte Verkehrsbereiche durch den Individualverkehr. Insbesondere die zunehmende Autodichte im Krefelder Stadtverkehr stellt die Planer und Gleisbauer vor enorme Herausforderungen. Doch was erwartet die Krefelder Bürger in Zukunft?

Neben einer gesetzten Gleismodernisierung auf der Kölner Straße im Jahr 2018, der notwendigen Gleiserneuerung auf dem letzten großen Teilstück der Uerdinger Straße und der Sanierung der Philadelphiastraße im Jahr 2019 ist es vorallendingen die unklare Planungs- und Ausgangslage. Zudem verhindern fehlerhafte Abstimmungen zwischen Stadt Krefeld, dem Tiefbauamt sowie den Verantwortlichen von SWK und NGN nur zu oft eine zügige Planung der einzelnen Maßnahmen. Wie geht es mit der Haltestellenmodernisierung voran, können die Probleme im Stadtgebiet Fischeln beigelegt werden? Wie wird die neue St. Anton Straße in Zukunft aussehen, für die eine dauerhafte Lösung als Durchfahrtsstraße nach aktuellem Stand unerwünscht ist. Die Gleisanlagen zwischen Preußenring und Oberbenrad sind in einem für deutsche Verhältnisse desaströsen Zustand, zudem abhängig vom Neubau der Haltestellen „Gutenbergstraße“ und „Schicks“. Gleiches gilt für die Gleisanlagen im Bereich Zoo/ Sollbrüggenpark, auch in diesem Fall fehlt ein konkreter Zeitplan für den neuen Mittelbahnsteig „Grotenburg/ Zoo“, eine Aufzählung welche sich beliebig erweitern lässt...

Die Stadt Krefeld entwickelt sich, es wird gebaggert, gebuddelt und gearbeitet... profitiert auch der Krefelder Nahverkehr davon?