1. Baustufe - Übersicht Es sollte das Jahrzehnt einer großangelegten Modernisierungsoffensive werden. Neben einer neu beschafften Straßenbahngeneration, zukunftsweisenden Hybridfahrzeugen und einer bis heute andauernden Digitalisierungsoffensive benötigte insbesondere die marode Infrastruktur eine Generalüberholung.

Gesagt, getan... unter großem Pressecho startet im Frühjahr 2011 die erste Baustufe der ingesamten 29 Haltestellen umfassenden Modernisierung. Hierbei wird der Bahnsteig auf 25 cm. über Schienenoberkante angehoben und der Spalt zwischen dem Bahnsteig und dem Türeinstieg auf ca. 6 cm verringert. Dabei wird ein Teil der Bahnsteige verbreitert oder an ausgewählten Standorten ein breiter Mittelbahnsteig in Betracht gezogen. Gleichzeitig erneuert die SWK Mobil die Haltestellenmöblierung. Dies umfasst z. B. die Aufstellung neuer Wartehallen und Spritzschutzwände, neue Haltestellensäulen und eine verbesserte Fahrgastinformation, meist in digitaler Form. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Straßenraum bekommen die Bahnsteige erstmalig eine zusätzliche Bahnsteigbeleuchtung. Hier kommen Mastaufsatzleuchtung mit der bekannten LED-Modultechnik zum Einsatz.

Ein drastischer Einbruch bei den, überaus optimistisch geschätzten, Einnahmen der Gewerbesteuer zwang die Stadt Krefeld völlig überraschend im September 2013 in den Notaushalt, ein Zustand an dem die damals unstrukturierte Verwaltung aber auch die handlungsscheue Stadtpolitik nicht gänzlich unschuldig war. Erst im Spätsommer 2015 erreichten die Stadt Krefeld gute Nachrichten, die Bezirksregierung Düsseldorf genehmigte den Haushalt 2015 und das sogenannte Haushaltssicherungskonzept (HSK) der Stadt.

Mit reichlich Rückwind und frischem Geld machten sich Vertreter der Stadtwerke Krefeld, des Tiefbauamts und des Planungsbüros ans Werk, die erfolgreiche Neueröffnung der Zentralhaltestelle Rheinstraße sorgte für einen zusätzlichen Antrieb – war doch die anstrengende Umbauzeit mit vielen Fahrplanwechseln sowie ungewohnten Dienst- und Sichtzeiten nicht nur für die Fahrer und Fahrerinnen eine Herausforderung. Die Freude überwiegte nur kurz, bereits zum Jahreswechsel 2015/2016 formierten sich zahlreiche Gegner gegen die geplante Modernisierung der Haltestelle „Fischeln Rathaus“, insbesondere Bürgerverein und Werbering sehen die angestrebte Lösung, bei der zwangsweise auch einige Stellplätze für PKW wegfallen sollen, als neue Problemstelle. Eine Entspannung der Situation zwischen den Bezirksvertretern und der Stadtwerke Krefeld ist zum Jahresanfang 2018 nicht in Sicht, so liegt es vorallem an mangelndem Verständnis für die jeweils andere Partei. Demnach werden zum Beispiel Änderungswünsche oder Klarstellungen im Zeitplan entweder nicht ausgeführt oder schlichtweg nicht kommuniziert, eine gemeinsame Problemlösung scheint aus Sicht der Nahverkehrsnutzer derzeit nicht gewollt. Entsprechende Fördermittel sind verfallen, der Beginn der 2. Baustufe ist momentan noch ungewiss.

Im März 2011 begannen die Arbeiten am kleineren Knotenpunkt Nordwall. Durch eine verzögerte Lieferung der Wegplatten dauerten die Ausbauarbeiten insgesamt acht Wochen. Anschließend wurden die Haltestellen Oberschlesienstraße und Elfrather Mühle in Angriff genommen. Durch einen neuen Bahnsteigabstand an der Endhaltestelle der Linie 042 dürfen die M8C Fahrzeuge nur noch am rechten Ersatzbahnsteig halten, eine Einschränkungen bei den neuen Flexity Outlooks ist nicht vorhanden.

Als erstes größeres Projekt erhielt die Haltestelle Großmarkt (044) ein neues Aussehen. Um einen Unfallschwerpunkt zu entschärfen baute die SWK Mobil eine LSA und einen Bodenwelle vor den Bahnsteig Richtung Innenstadt. Ein Konzept was nicht bei allen Autofahrer für Begeisterung sorgte. Zwischenzeitlich erledigte man kleinere Arbeiten an den Haltestellen Eichhornstraße und Grundend, wobei bei letzterer keine Bahnsteiganhebung erfolgte. Ab August wurde der viel diskutierte Bockumer Platz in Angriff genommen, der gesperrte Bypass wurde entgültig entfernt. Die Haltestelle wurde für ca. 500.000 Euro an die neuen Niederflurstraßenbahnen angepasst, wobei die Haltestelle selbst begradigt und stärker in den Platz gebaut wurde. Die zwischenzeitlichen Arbeiten an der Haltestelle Burg Linn (044) in den Monaten September und Oktober wurden kaum wahrgenommen.

2012 begann sehr durchwachsen. Durch einen starken Winter zogen sich die Arbeiten an der Haltestelle Obergplatz, bei der erstmals ein Mittelbahnsteig mit neuer Gleisverlegung zum Einsatz kam, über fünf Monate. Im März 2012 zeigte sich das ausführende Tiefbauunternehmen sehr flexibel und arbeitet gleich an drei Haltestellen. So wurde an der Haltestelle Linn Bahnhof, an der Voltastraße und an der Traarer Straße in Gartenstadt gearbeitet. Warum man ausgerechnet die eher durchschnittlich frequentierte Traarer Straße größeren Haltestellen vorzog, ist nicht bekannt. Anfang April wurde die Endhaltestelle der Linie 043 modernisiert. Die Bahnsteige wurden getrennt voneinander ausgebaut um den Straßenbahnverkehr aufrecht zu erhalten. Im Mai folgte der zweite Mittelbahnsteig in Krefeld. Der Danziger Platz wurde für acht Wochen an die neuen Straßenbahnen angepasst, wobei ebenfalls eine Gleisneulegung mit Ausbau der Kreuzung nötig war. Die Ersatzhaltestelle wurde rund 100 Meter weiter eingerichten. Abschließend erhielt die Haltstelle Bockum Badezentrum die nötigen Modernisierungsarbeiten. Diese erfolgten nach der Sommerpause im Oktober. Die beiden schmalen Bahnsteige wurden dafür ein Meter breiter gemacht, um somit auch Besucher des angrenzenden Badezentrums einen angemessenen Bewegungsfreiraum zu geben.

2. Baustufe 2018 soll es nun soweit sein, vermutlich... eines lässt sich aber mit Sicherheit sagen: „Die Nerven liegen blank!“ Bereits seit dem Jahreswechsel 2015/16 diskutieren Bezirksvertreter, der Fischelner Werbering und die Stadtwerke Krefeld über die anstehende Modernisierung der Haltstelle „Fischeln Rathaus“. Zu einschneidend sei die vorgeschlagene Lösung, der Wegfall der PKW Stellplätze nicht kompensierbar und der geplante Verkehrsfluss kontraproduktiv lauten die durchaus nachvollziehbaren Argumente. Ein Jahr später zeigten sich die Auswirkungen: Beantragte Fördergelder verfielen, zeitliche Abstimmungen wurden wertlos, gemeinsam veranschlagte Bauarbeiten bis hin zu angeknüpften Gleismodernisierungen sind bis zum heutigen Zeitpunkt offen.

Eine Entspannung der Situation zwischen den Bezirksvertretern und der Stadtwerke Krefeld ist zum Jahresanfang 2018 nicht in Sicht, so liegt es vorallem an mangelndem Verständnis für die jeweils andere Partei. Demnach werden zum Beispiel Änderungswünsche oder Klarstellungen im Zeitplan entweder nicht ausgeführt oder schlichtweg nicht kommuniziert, eine gemeinsame Problemlösung scheint aus Sicht der Nahverkehrsnutzer derzeit nicht gewollt. Diese bekamen zuletzt Ende 2017 die Auswüchse der anhaltenden Unstimmigkeiten zu spüren, nachdem eine Idee zur Verlegung der Haltestelle „Fischeln Rathaus“ mit angeschlossener Schließung der „Clemensstraße“ in die Öffentlichkeit gelangte.

Noch ist die Hoffnung nicht verloren, erklärte Heinz Josen Dellen Ende 2016, kurz nach dem Wegfall der benötigten Fördergelder, „wir versuchen jetzt, die Haltestellen einzelnd abzuarbeiten“, ein gutes Zeichen für alle weiteren Projekte. Was ist eigentlich geplant? Die aktuellen Meldungen für das Jahr 2018 und 2019 sehen eine Reihe größerer Bauvorhaben vor. Der Ausbau zu weiteren Mittelbahnsteigen steht im zentralen Fokus. Stark frequentierte Haltestellen mit einer Anbindung an größere Wohngebiete oder einer kulturellen Einrichtung sollen bevorzugt ausgebaut werden. Dabei werden Haltestellen mit eigenem Gleiskörper aufgrund einfacher und finanziell günstigerer Ausgangslage zuerst angegangen. Ein detaillierter sowie terminierter Ausbauplan wurde der Öffentlichkeit bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorgestellt, spätestens im kommenden Frühjahr zur jährlichen Vorstellung des städtischen Investitionsprogramms ist mit einer Offenlegung zu rechnen.

Derzeit sind unter anderem folgende Haltestellen zum Ausbau vorgesehen: "Schicks (506.000€)", "Bockum Friedhof (539.000€)", "Grotenburg/Zoo (688.000€)" und "Kapuziner Kloster (320.000€)", aber auch mit der Haltestelle „Klinikum“ wird im Zuge der Verbreiterung der Kölner Straße zu rechnen sein. Im Jahr 2019 möchte die SWK Mobil den Schwerpunkt auf den Bereich Uerdinger Straße/ Alte Krefelder Straße legen. Im Rahmen notwendiger Gleiserneuerungen ist auch der barrierefreie Ausbau der dortigen Haltestellen geplant. Favorisiert wird eine Lösung mit Hilfe der sogenannten Kap-Haltestelle, Vorteile sind hierbei die Gradlinigkeit sowie die fehlende Überquerung einer Fahrbahn da die Haltestelle bis zur Straßenbahn heranreicht. Die Pläne wurden den jeweiligen Gremien im Sommer 2017 vorgelegt, eine Entscheidung steht derzeit noch aus.